Wandmalerei

Diesen Sommer hatten wir unsere Freundin und Künstlerin Diana Lenz bei uns zu Besuch. Sie ist studierte Theaterkünstlerin und arbeitet für das Staatstheater Meiningen. Bereits im Jahr 2022 war sie so lieb, uns ein großes etruskisches Wandgemälde auf Leinwand zu malen, das heute unser Wohnzimmer auf besondere Weise prägt. Auch dieses Mal sollte wieder ein bleibender Eindruck entstehen. Statt auf Leinwand zu arbeiten, entschied sie sich diesmal dafür, direkt an der Wand zu malen, und erschuf innerhalb weniger Wochen ein einmaliges Kunstwerk.

Noch bevor die ersten Linien an der Wand sichtbar wurden, begann die eigentliche Arbeit im Stillen. Eine intensive Auseinandersetzung mit den typischen Strukturen, Motiven und Stilmitteln der Etrusker bildete die Grundlage, um dem Gemälde von Anfang an die gewünschte Ausstrahlung und Erscheinung zu geben. Aus diesen Vorarbeiten entwickelte sich nach und nach eine Skizze, aus der sich mit der Zeit das spätere Bild formte. Nachdem die Skizze feststand, begann die Arbeit an der Wand.

                                                         

Zunächst brachte sie mit großer Sorgfalt ein Raster an, um die Zeichnung maßstabsgetreu zu übertragen. Schritt für Schritt wurde die Skizze anschließend mit Kohle auf die Wand gebracht und legte damit die Basis für das spätere Gemälde. In mehreren Etappen nahm das Bild allmählich Gestalt an und wurde immer deutlicher erkennbar.

Auch in der weiteren Ausführung orientierte sie sich an historischen Arbeitsweisen der Wandmalerei. Die Ausarbeitung erfolgte schrittweise, beginnend mit einer klaren Linienführung, auf deren Grundlage die Farben nach und nach aufgebaut wurden.

 

                   

In der Farbwahl bezog sie sich ebenfalls auf überlieferte Stilmittel. Mit jedem weiteren Arbeitstag verdichtete sich das Bild und fügte sich mehr und mehr zu einem Gesamtbild. Über fast drei Wochen hinweg zog sich die Arbeit hin und erforderte viel Zeit und Ausdauer. Häufig arbeitete sie bis in den Abend hinein, teilweise auch darüber hinaus.

Nach der augenscheinlichen Fertigstellung folgte schließlich ein weiterer mutiger Schritt: das gezielte Abtragen des Gemäldes. Innerhalb weniger Stunden entstand durch präzise Handgriffe der Eindruck, als sei das Bild über Jahrhunderte hinweg gealtert. Stellenweise freigelegt, an anderen bereits bröckelnd, entstand die Illusion eines Werkes, das vor Tausenden von Jahren auf diese Wand aufgebracht worden war.

                                                                     

 

Auf diese Weise verbindet das Gemälde die Podere auf besondere Art mit der Geschichte des Ortes.